Definition Webinar
Webinare, insbesondere Gratis-Webinare und kostenlose Online-Seminare, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das digitale Lernen, die Wissensvermittlung und der Informationsaustausch in Form von Webinaren sind auf dem Vormarsch. Für das E-Learning, aber auch für Produktpräsentationen sowie für viele andere Vortragsthemen sind Webinare als Top-Tools unverzichtbar geworden.

Sollten Sie sich erstmalig mit dem Thema Webinar beschäftigen oder haben Sie noch Fragen zum Ablauf, erhalten Sie hier eine kurze Einführung.


Definition Webinar

 

Bei einem Webinar oder einem Online-Seminar handelt es sich um ein Seminar, das über das World Wide Web (WWW) gehalten wird. Die Wortprägung Webinar entstammt letztlich einer Verschmelzung der Wörter Web (World Wide Web) und Seminar (Web + inar = Webinar). Die Wortschöpfung Webinar wurde bereits 2003 beim Deutschen Patent- und Markenamt als Wortmarke eingetragen.

Die wesentlichen Unterschiede im Vergleich zu anderen Medienformen wie Video oder Webcast auf Abruf basieren auf der interaktiven Auslegung der Webinare. So wird sowohl dem Vortragenden als auch den Teilnehmern die beidseitige Kommunikation ermöglicht, sofern es sich um ein Live-Webinar und keine Aufzeichnung handelt.

Als Webinare können Online Weiterbildungen, Kurse, Vorträge oder Präsentationen via Internet durchgeführt werden. Webseminar-Leiter und Kursteilnehmer treffen sich in einem virtuellen Raum und tauschen die Informationen aus. Es gibt viele Wissenszweige und Themenbereiche in denen schon seit langer Zeit Webinare angeboten werden. Diese Webinare werden entweder live durchgeführt oder als Online-Seminar abgehalten.

Damit sind wir auch bereits bei einem ganz wesentlichen Unterschied. Bei den Webinaren melden sich die Teilnehmer zu einem bestimmten Termin, zu einer bestimmten Uhrzeit an. Sie erhalten einen Zugangslink und loggen sich kurz vor Webinar-Beginn in den Webinarraum ein. Das Webinar beginnt i. d. R. pünktlich zu dem angegebenen Zeitpunkt. Online-Seminare sind hingegen überwiegend kostenpflichtig und werden gegen eine einmalige Gebühr oder im Abo-Verfahren gebucht. Der Nutzer erhält einen Zugang und kann sich zeitlich unabhängig einloggen. Manchmal werden in solchen Seminaren in bestimmten Zeitabständen neue Lern-Module freigeschaltet. Der Fokus liegt klar auf der Wissensvermittlung.

Mittlerweile können Sie als Teilnehmer zwischen kostenpflichtigen und kostenlosen Webinaren auswählen, um an hochwertige Informationen zu einem spezifischen Thema zu gelangen. Webinare gewinnen an Bedeutung, da diese im Bereich der Fortbildung eine kostengünstige Möglichkeit anbieten.

Eine zunehmender Trend sind die Präsentationen von Produkten, die sowohl digital als auch physisch vermarktet werden. Der Vorteil ist für Sie dahingehend gegeben, dass Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen können, bevor Sie Ihre Kaufentscheidung treffen. Eine weitere Variante sind Webinare zur Präsentation von Video-Seminaren oder stattfindenden Live-Events. Auch hier erhalten Sie einen Einblick in die Inhalte, dem jeweiligen Ablauf und den möglichen Zugangsvoraussetzungen. Zu Webinaren dieser Art wird Ihnen fast immer gratis Zugang gewährt.

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Der inhaltliche Ablauf eines Webinars

 

Zu einem bestimmten Termin findet ein Online-Meeting oder ein Web-Meeting statt. Der Moderator des Webinars führt den Teilnehmern meistens live seine Folien, Bilder oder PowerPoint-Präsentationen vor. Darüber hinaus kann der Vortragende seinen Bildschirm per Screensharing (Bildschirmübertragung) mit den Webinarteilnehmern teilen, einen Film bzw. Video zeigen, Co-Moderatoren hinzuschalten und Teilnehmer-Mikrofone sowie den Chat öffnen, um eventuelle Fragen zu erörtern. Neben den Live-Webinaren gibt es auch viele kostenlose Webinare, die automatisiert eingestellt oder als Aufzeichnung zur Verfügung gestellt werden.

Die Veranstalter des jeweiligen Webinars bieten manchmal an, Dateien zu dem aktuellen Thema herunterzuladen (Download). Dabei kann es sich um Mindmaps, bestimmte PDF-Dateien oder die Folien der Präsentation handeln.

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Vorteile (kostenloser) Online-Seminare und (Gratis-) Webinare

 

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    • Sie können die Veranstaltungen von jedem Ort der Welt (sofern Internetverbindung vorhanden), also außerhalb Ihrer geographischen Reichweite besuchen.

 

    • Sie haben keine Reisekosten, da das Einloggen von Zuhause, vom Büro oder einem Platz Ihrer Wahl möglich ist.

 

    • Gegenüber den herkömmlichen Seminaren und Tagungen entsteht Ihnen kein Zeit- und Kostenaufwand für Organisation, Hin-/Rückfahrt, Verpflegung und Übernachtung.

 

    • Sie können bei vielen Webinaren und Onlinekursen die Zeiten mit anderen Terminen abstimmen. Lernen Sie dann, wenn es für Sie zeitlich am besten passt. Das gilt besonders für die Abstimmung mit der Familie.

 

    • Gegenüber den klassischen Seminarveranstaltungen erzielen Sie bessere Lernerfolge, da Ihnen das Kursprogramm 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht und Sie die Informationen jederzeit abrufen können. So fällt es Ihnen leicht, das Gelernte zu wiederholen und zu vertiefen.

 

    • Sehr häufig werden auf Social-Media Plattformen wie Facebook geschützte Foren eingerichtet. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen, das Wissen zu vertiefen und natürlich auch Fragen zu klären.

 

    • Selbst wenn Sie mal einen Termin verpassen, werden oft weitere Zusatztermine angeboten oder das Webinar steht als Aufzeichnung zur Verfügung. (Allerdings ist es nicht immer so und Sie können auch keinen rechtlichen Anspruch geltend machen.)

 

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Die Webinar-Anmeldung

 

Die Webinar-Anbieter stellen in den meisten Fällen mehre Termine zur Auswahl sowie ein Anmeldeformular zur Verfügung. Oft reichen für die Einschreibung die Angabe deines Vornamens  und eine (unbedingt) gültige E-Mail-Adresse. Denn diese ist wichtig für das sog. Double-Optin-Verfahren. Das funktioniert wie folgt: Sie erhalten nach der Anmeldung innerhalb kurzer Zeit eine E-Mail in Ihrem Postfach, die häufig mit einer Betreffangabe wie  „Ein Klick fehlt noch …“, “Bitte bestätigen” oder einer ähnlichen Aussage versehen ist. Erst wenn Sie diese E-Mail öffnen und den Link „E-Mail-Adresse bestätigen“ klicken, bestätigen Sie Ihre Anmeldung. Die Bestätigung ist wiederum Voraussetzung dafür, dass Sie mit einer weiteren E-Mail den Link für das Einloggen in den virtuellen Kursraum erhalten. Mit dieser Vorgehensweise will die deutsche Gesetzgebung verhindern, dass Ihre E-Mail-Adresse missbräuchlich verwendet wird. Zudem hat der Veranstalter erst mit Ihrer Bestätigung die Rechtssicherheit, um Ihnen den Zugang zum Webinar zu ermöglichen.

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Technische Voraussetzungen für eine Webinarteilnahme

 

Das Equipment
Ein (Tablet-) PC, Laptop oder Smartphone mit Internetanschluss und ein aktueller Browser mit Flash Plugin gehören zur Grundausstattung. Weiterhin benötigen Sie Lautsprecher oder Kopfhörer. Ein Mikrofon ist nur dann erforderlich, wenn Sie aktiv am Geschehen, sofern von Anbieterseite überhaupt gewünscht, teilnehmen wollen. Verwenden Sie ein Headset oder ein Konferenzmikrofon für die Tonübertragung und möglichst kein Mikrofon zusammen mit einem Lautsprecher (z.B. Laptop). Diese Kombination kann dazu führen, dass das Mikrofon den Ton des Lautsprechers zurück überträgt. Weitere zusätzliche Software-Installationen sind nicht erforderlich.

Wichtig ist allerdings eine stabile Internet Verbindung mit mind. 250kbit/s Upload (zum Internet) und 512kbit/s Download (vom Internet) Geschwindigkeit. Es ist empfehlenswert, dass Sie vor Beginn des Online-Meetings Ihre Verbindung mit einem Verbindungstest (wird bei vielen Anbietern automatisch durchgeführt) überprüfen. So lassen sich mögliche Probleme mit Firewalls, Browsern und Internetzugängen noch rechtzeitig beheben. Wenn Sie feststellen, dass die gewünschte Verbindung nicht zustande kommt, hilft es in vielen Fällen, die Seite noch einmal neu zu laden oder den Browser zu wechseln.

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Ein paar Begriffserklärungen

 

Sie werden rund um das Thema Webinare einigen weiteren Begriffen begegnen. Die Erläuterungen zu einigen Beispielen finden Sie hier:

Google Hangouts

 

Bei Google Hangouts handelt es sich um den Messenger von Google, der die die älteren Projekte Google Talk und „Google+ Messenger“ ersetzt. Mit Hangouts können Sie neben Textnachrichten auch Fotos, Sticker und den aktuellen Standort versenden, telefonieren und Video-Chats führen.

Praktischerweise ist der Messenger gleich in mehreren Diensten von Google eingebunden. Das vereinfacht die Nutzung, denn es ist Ihnen sowohl in Google Mail, auf Google Plus und im Chrome-Browser möglich. Erforderlich, um Google Hangouts verwenden zu können, ist ein Google Account. Dieser kostenlose Account ermöglicht Ihnen das Login zu dem Messenger-Dienst. Alle Ihre Freunde, die Sie in der Freundesliste vorfinden, lassen sich von Ihnen einfach anschreiben oder auch anrufen.

Ein „Hangout“ kann als öffentlich deklariert werden. Ist das geschehen, können auch Nutzer teilnehmen, die den Initiator nicht kennen. So sind Chats mit bis zu 150 Teilnehmern, und Videogespräche mit maximal zehn Nutzer durchführbar.

Die Telefonate werden bei Hangouts über Voice over IP (VoIP), also über das Internet geführt. Rufen Sie einen Kontakt direkt an, ist der Anruf kostenlos. Zusätzlich besteht die Möglichkeit Handy- und Festnetznummern gegen Gebühr zu wählen.

Google Hangouts lassen sich zudem auch auf dem Smartphone verwenden. Dazu brauchen Sie lediglich  Hangouts für iOS oder Hangouts für Android herunterzuladen. Selbst wenn Ihr Chat-Partner keinen Google-Account besitzt, werden die Nachrichten immer noch als SMS verschickt.

Mit der Funktion „Hangouts On Air“ können Sie Live-Diskussionen und Live-Events veranstalten oder ein Video-Gespräch mit Ihren Freunden aufzeichnen und über Ihren YouTube-Kanal und Ihre Google+ Übersicht weltweit übertragen. Vorher haben Sie noch die Gelegenheit, die Übertragung zu bearbeiten und eine Kopie der Aufzeichnung zu teilen.

MOOCs

 

Die Bezeichnung Massive Open Online Course (deutsch massiver offener Online-Kurs, kurz MOOC,) wird im Zusammenhang mit kostenlosen Onlinekursen verwendet. Ein wesentlicher Unterschied zu den herkömmlichen Online-Kursen sind die hohen Teilnehmerzahlen, die sich damit erklären, dass es sich meistens um Kurse handelt, die von Universitäten angeboten werden und eine dementsprechende Resonanz unter den Studierenden erfahren. Das Niveau dieser offenen Online-Kurse ist entsprechend.

Vom Prinzip her werden die traditionellen Formen der Wissensvermittlung per Lesematerial, Problemstellungen und Videos kombiniert mit Foren, in denen sich Lehrende und Lernende vernetzen, um miteinander kommunizieren und Gemeinschaften bilden zu können. Ein weiterer Vorteil: Die Vernetzung bezieht sich dabei nicht allein auf die beteiligten Personen, sondern auf alle Wissensquellen und -bausteine, die für die jeweiligen Studieninhalte erforderlich sind.

Es gibt derzeit eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen cMOOCs und xMOOCs.

Die cMOOCs setzen ganz auf die Idee des Konnektivismus. So gibt es kein verbindliches Curriculum. Die Teilnehmer entscheiden ganz für sich selbst was und in welchem Umfang sie lernen wollen. Während er Veranstalter ein Blog oder Wiki zur Verfügung stellt, nutzen die Teilnehmenden für ihre Beiträge eigene Blogs und kommunizieren in ihren eigenen Netzwerken.

Die xMOOCs lassen sich darauf zurückführen, dass Harvard und MIT ihre offenen Kurse mit einem X kennzeichneten. Das X steht für Extension. Diese Art der Kurse wird meist mithilfe von Videos, ergänzt durch Multiple-Choice-Aufgaben sowie unmoderierte Foren durchgeführt. Also eine Form des Unterrichts, wie aus den Hörsälen der Universitäten bekannt, nur dass dieser am Bildschirm abläuft.

Podcast

 

Unter einem Podcast ist das Angebot zu verstehen, Audio- und Videodateien  aus dem Internet herunterladen und auf dem Computer, MP3-Player oder Smartphone abspielen können. Dabei kann es sich um kostenlose Angebote oder um das Anbieten von Mediendateien im Abonnement-Verfahren handeln. Die Wortschöpfung Podcast setzt sich aus Pod für „play on demand“ und cast, abgekürzt vom Begriff Broadcast (Rundfunk) zusammen.

Ein erwähnenswerter Vorteil: Ein guter Podcast erklärt ein komplexes Thema innerhalb von wenigen Minuten. Und wenn Sie beim ersten Mal nicht alles verstehen, kann der Podcast wiederholt abgespielt werden.

Unter Zuhilfenahme der aktuellen Technologien lassen sich Podcast relativ einfach produzieren und über verschiedene Feed-Formate (vorzugsweise RSS-Feed) weitergegeben werden.

Virtual Classroom E-Learning

 

Ein virtueller Klassenraum ermöglicht somit eine synchrone Form des Lernens, indem das Internet als  Kommunikationsmedium die geographisch getrennten Schüler und Lehrer miteinander verbindet. Die Teilnehmer loggen sich zu einem vereinbarten Zeitpunkt auf einer Internetplattform ein. Der Dozent hält den Unterricht live am Bildschirm ab und die Teilnehmer tauschen sich mit ihm und allen anderen via Headset aus. Genutzt werden dazu die Werkzeuge für Audio-Konferenz, Text-Chat, Whiteboard oder Application Sharing.

Ein synchroner Lernvorgang in einem virtuellen Klassenraum ist nicht zu verwechseln mit den asynchronen Formen des E-Learnings, bei denen sich die Teilnehmer nicht zur gleichen Zeit einloggen müssen.

Virtual Classrooms finden mittlerweile in vielen Unternehmen Anwendung und können in Abhängigkeit von dem Thema sogar klassische Präsenzseminare ersetzen.

Vlog

 

Die Wortkreation Vlog (auch als VLog oder V-Log) leitet sich aus „Video“ und „Blog“ ab. Das hat seine Berechtigung, denn es ist nichts anderes als eine Blog-Webseite, dessen Beiträge mehrheitlich in Form von Videos gepostet werden.

Die Beiträge, die bei einem Blog als Text veröffentlicht werden, erstellt ein „Vlogger“ beim „Vlogging“ als Videos und lädt diese auf eine Videoplattform wie z. B. YouTube hoch. Die Videos können aktuelle Themen behandeln oder sich an ganz bestimmte Zielgruppen richten. So finden Sie auszugsweise Koch-Vlogs, Technik-Vlogs, Gaming-Vlogs oder Mode-Vlogs.

In zunehmenden Maße nutzen auch Medienanbieter Vlogs für ihre Nachrichten,  als neue Form der Berichterstattung.

Webcast

 

Ein Webcast ein audio-visueller Beitrag, der für das Medium Internet konzipiert und auch darüber publiziert wird. Ein Webcast lässt sich nicht genau abgrenzen, denn es sowohl vom Messefilm bis hin zum Online-Seminar hinsichtlich Form, Inhalt oder Zweck alles beinhalten. Webcast sind zwar einer  Radio- oder Fernsehsendung ähnlich, haben diesen jedoch durch die Möglichkeit der Interaktionen über einen Rückkanal einiges voraus. So lassen sich bei den Usern in Form von Kommentaren oder Umfragen unmittelbare Feedbacks einholen.

Webcasts werden inhaltlich meist dazu genutzt, um Anwendungsmöglichkeiten von Produkten, Tutorials und Vorträge zu übermitteln. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Content von den jeweiligen Unternehmen selbst oder von beauftragten Dienstleistern erstellt wurde.

Live-Webcasts bedeuten klassische Seminar- oder Workshopsituationen, die online durchgeführt werden. Mittels einer eingesetzten Kamera sowie den geladenen Fachexperten als Referenten und einem fachkundigen Publikum lässt sich der Veranstaltungscharakter deutlich hervorheben.
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